Black Community Management und Social Media Optimization
„Wie es gibt auch Black Community Management und Social Media Optimization? Davon haben wir ja noch gar nichts mitbekommen.“ Dies ist eine relativ häufige Antwort auf die Fragen ob Sie auch die „dunkle Seite der Macht“ nutzen.
Mit dieser Artikelserie möchte ich auf die ein oder andere Methode näher aufmerksam machen und wie diese auch in der Praxis funktioniert. Besonders im Community Management Bereich sind Fakeaccounts und Co beim Start eines Dienstes oft ein probates Mittel.
Kommen wir zu einigen grundlegenden Regeln des Black Community Management. Diese sollten beachtet werden, denn der Verlust an Reputation welcher mit einer Aufdeckung verbunden ist, ist kaum wiederherzustellen.
Es kommt ein wenig darauf an ob man in anderen Communities wildern möchte oder eine eigene aufzieht. Ich fange mit den Basics fürs „wildern“ an und da ist der Start die Identität der Fakeaccounts.
Identitäten
Nein es ist nicht getan mit der Erstellung einer Emailadresse – sondern man sollte sich eine wirkliche Identität und Eigenheiten ausdenken. Dies wird besonders wichtig, da die jeweiligen Identitäten auch einen anderen Schrift- und „Denkstil“ benötigen.
Bei der Identität werden folgende Punkte beachtet:
- Wohnort Einen Ort nehmen welcher einem selbst bekannt ist.
- Alter Das Alter sollte jeweils in den Bereich fallen bei dem man sich mit den Themen auskennt. Ein 50 Jähriger spricht und schreibt über andere Themen als ein 20 Jähriger.
- Bild Es gibt genügend Bilderagenturen bei dem Bilder günstig erworben werden können. Je nach Account sollten 4-5 Bilder mitgenommen werden, schluß endlich braucht jeder Dienst ein anderes Bild.
- Emailadresse 2-3 Emailadressen pro Account werden meist erstellt. Schließlich hat jeder echte User auch mehr als eine einzige Adresse.
- Postfach Wie ein Postfach? Dies ist dann die Königsdisziplin – ein Postfach und Konto (siehe unten) bringen euch dann auch bei eBay, Amazon und Co einen Account ein.
- Konto Wenn ihr ein Postfach habt, dann fehlt natürlich auch ein Konto. In Deutschland könnt ihr natürlich kein weiteres Konto auf eine „fiktive“ Person anmelden. Nummernkonten sind aber an sich kein Problem (besonders im Ausland).
- IP-Adressen Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Am Anfang kann man sogar noch über einen öffentlichen Proxy gehen. Langfristig sollte man sich aber ein Netzwerk von Servern aufbauen die auch in der Nähe der jeweiligen Orte stehen in denen der User angeblich lebt.
- Schriftstil Der Schriftstil muss sich stark wirklich unterscheiden! Heißt übt fleißig in verschiedenen Stilen zu schreiben, damit ihr irgendwann eure eigenen „Schwächen“ nicht auf den Fakeaccount übertragt.
- Job Auch eine Arbeit oder einer Beschäftigung sollte der Account nachgehen. Sucht euch eine Firma aus die so groß ist, dass es niemanden aus der Firma auffällt das es euch nicht gibt. Wichtig! Kontaktet euch sinnvoll mit “Arbeitskollegen”.
Nebenbei sind diese Regeln für „HighClass“ Fake-Accounts welche ihr über die Jahre hinweg aufbaut. Für einfache kleine Fakeaccounts reicht es auch ohne Nummerkonto und Postfach.
*Änderungen des Artikels aufgrund des Feedbacks von vielen Stellen – danke an Moe & Co*







12. Mai 2009 um 10:25
Nichts für ungut, aber die Äußerung “Die Community Manager die eine solche Vorgehensweise missbilligen, haben wahrscheinlich noch bei keinem neuen Dienst gearbeitet, sondern sich ins gemachte Nest gesetzt.” kann ich so gar nicht teilen. Rhetorisch gesehen ein auch eher unglücklicher Versuch, Kritik an diesem Vorgehen im Keim zu ersticken. Wenn Firmen meinen sie bräuchten Content Seeding ist eine Sache. Community Manager die mit Fake-Accounts ihre Community belügen und betrügen sind da aber nochmal ein ganz anderes paar Schuh. Und selbst wenn man das nicht moralisch beurteilen will: Der zu erwartende Gewinn steht in keinerlei Verhältnis zum Schaden, wenn das auffliegt.
Ich hoffe es ist OK das ich das hier äußere, ich finde den Diskurs darüber richtig und wichtig.
12. Mai 2009 um 10:33
Hi Moe,
habe mich da wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Finde jedes Feedback dazu sehr sinnvoll. Aber sind wir mal ehrlich – ich kenne kaum wirkliche Dienste die nicht eine sogenannte Erstbestückung erhalten haben von Seiten der Betreiber. Ob Singlebörsen die sich Modelsbilder einkaufen und dann hunderte von “tollen” Profilen anlegen. Oder Foren die von heute auf morgen mehrere hundert Beiträge haben.
Sicher ist das nicht die feine englische Art. Mir geht es darum das wesentlich offener zu gestalten aber auch im Umkehrschluss Möglichkeiten zu finden und anzubieten, wie man solche Accounts schneller und einfacher findet. :)
12. Mai 2009 um 10:39
Ich empfehle statt selbst Fake-Accounts anzulegen, lieber für Forenbeiträge oder Profile zu bezahlen.
Gibt genügend Communities, wo man für wenige Cent Anmeldungen in der eigenen Community bekommt und für ein paar Euro auch einige Beiträge.
Fällt nicht so leicht auf und die Profile sind sogar echt.
Gruss
Sascha
12. Mai 2009 um 10:42
Hi Sascha,
das wäre eine andere Möglichkeit – aber für viele bringt dies langfristig auch etwas. Werde ich aber in den nächsten Beiträgen genauer erklären.
12. Mai 2009 um 11:04
Wenn man es wirklich durchziehen will ist vor allem auch die Forensoftware zu beachten.
z.B. vBulletin macht Fake Accounts mit dem Mod “Evasion” beinahe unmöglich.
Evasion ist ein Mod dessen grundlegende Funktion ist das Banned User keine neuen Accounts mehr registrieren können, Evasion vergleicht neuregistrierungen mit bereits bestehenden accounts an vielen merkmalen um best effektiv zu sein, u.a. MAC Adresse. Und Evasion ist extremst effektiv, wir verwenden es bei Ellinforest.com seit 2 wochen und hat bisher 95% aller Neuregistrierungen von Banned usern gefiltert & banned.
Um auf den Punkt zu kommen, Evasion kann theoretisch so konfiguriert werden das wirklich jeder neue ACC von einem bereits bestehenden User bei der Registrierung autobanned wird, egal ob der bestehende User banned ist oder nicht.
Und ich wäre nicht überrascht wenn auch andere Forensoftwares wie z.B. Woltlab, ipb etc. ebenfalls schon auf diesem stand sind.
Der einzige Weg um solche funktionen wie Evasion zu umgehen wäre das man einen Win2003 od. Linux server mietet auf dem man via VPN zugreifen kann & dann auf dem Server den Browser zum Surfen verwendet, denn dann würde Evasion ja mit der Server MAC & co. in konfrontation treten anstatt mit der eigenen Mac.
12. Mai 2009 um 11:23
[...] “dunkle Seite” des Community Management beleuchtet Mark Ralea näher in seinem Blog: http://eikyo.de/2009/05/12/black-community-management-und-social-media-optimization/ Social [...]
12. Mai 2009 um 11:28
Sehr interessanter Artikel, der definitiv nicht nur Freunde finden wird unter den Community Managern. Ich persönlich finde es aber sehr wichtig, dass man alle Aspekte des Community Management beleuchtet. Wer dann welche Aspekte für seine eigene Arbeit als Community Manager übernimmt, bleibt dann ja ohnehin jedem selbst überlassen.
Ergänzend zu dem Kommentar des anderen Daniel noch ein Link zu einem Artikel im Community Management Blog zum Thema “Fake-Profile in Online-Communitys identifizieren”:
http://www.community-management.de/2009/05/fake-profile-in-online-communitys-identifizieren/
12. Mai 2009 um 11:43
Hi Daniel (nein nicht du @dlangwasser),
es ist relativ einfach seine MacAdresse zu ändern. Das kannst du ohne weiteres mit Software simulieren. Besonders wenn du eben über einen Proxy auf einen Server gehst bringt dir die Software leider nur bedingt etwas.
Trotzdem guter Einwand. MAC Adresse hatte ich im Artikel vergessen -> aber wie gesagt deshalb ja auch der Proxyserver.
12. Mai 2009 um 13:23
Black Community Management und Social Media Optimization…
Dies ist eine relativ häufige Antwort auf die Fragen ob Sie auch die „dunkle Seite der Macht“ nutzen….
12. Mai 2009 um 14:41
Wo ist das Problem die MAC Adresse zu faken?
12. Mai 2009 um 14:48
Very undercover ;o)
Ich möchte nochmal die grundlegende Frage nach dem Ziel stellen: warum soll man diese Black Hat-Technik anwenden?
OK, um eine Community ans Laufen zu bringen. Da geb ich voll recht, das geht sicher nur so (obwohl ich praktisch keine Erfahrung habe, aber man muss erstmal ein paar “LeadUser” initiieren und das kann man mit diesen Black Hat-Techniken gut).
Aber wofür sonst? Du schreibst, du bist seit Jahren mit solchen Accounts unterwegs und auch aktiv? Was bringt es noch? Warum lieber undercover als zu seinen Beiträgen und Identität zu stehen? ***grübel*** Als Webmaster?
12. Mai 2009 um 15:00
Hi,
z.B. um bestimmte Artikel oder Beiträge in den jeweiligen Netzwerken zu pushen oder zu veröffentlichen. Man kann nicht alles über seinen eigenen machen. Aber welchen Nutzen und welche Gefahren das hat wird im nächsten Artikel genauer beschrieben.
13. Mai 2009 um 17:58
Hallo,
für was benötigt man denn zum “Füllen” einer Community in den ersten Wochen/Monaten “Fake-Accounts” mit Konto, Postfach etc?
Für welche Zwecke nutzt du diese Identitäten?
Hört sich nach nen bisschen mehr als nur Community aufbauen an?
Grüße
Kai
14. Mai 2009 um 10:07
Hi Kai,
zum “Füllen” einer Community komme ich noch. Das soll erstmal das Thema Fakeaccounts beleuchten.
Was man damit machen kann werde ich versuchen morgen näher zu beleuchten. Heute kommt erstmal eine kurze Erklärung und Info zu der Artikelserie…